Tour in's Trentino

Weil die Deutsche Bundesbahn ein so tolles Unternehmen ist, klappt die Anreise mit dem Autozug nicht.....das Angebot ist schlichtweg ausgefallen bzw. durch ein neues Konzept ersetzt worden, welches den Namen Alternative nicht wirklich verdient.
Daher sind die Teilnehmer-/innen, neben Tourguide Peter S, Andrea, Claudia, Cornelia, Wolfram, Jens, Ralf und Peter K. gezwungen, die Anreise zum Treffpunkt in Bad Tölz individuell zurück zu legen.

Freitag, 16. Mai 2014
Um 10.00 Uhr treffen sich alle kurz hinter Bad Tölz an einer Bäckerei zu einem gemeinsamen Kaffee. Das Wetter ist schlecht, es regnet heftig und die erste Fahrstrecke, vorbei am Sylvensteinspeicher und durch die Eng nach Mittenwald und ins Leutasch, ist daher nicht schön.
Das Wetter bessert sich aber, als wir ins Inntal hinunterfahren und in Telfes eine Kaffeepause einlegen.
Hier trennt sich die Gruppe um verschiedene Wege zu befahren. Peter S, Peter K, Ralf und Wolfram wollen über Haimlingerberg und das Kühtai in Richtung Serfaus fahren und Jens, Claudia, Andrea und Cornelia bleiben im Tal und fahren über Landeck.
Die Strecke über das Kühtai ist - entgegen der Voraussagen - doch schneefrei und gut zu fahren. Über kleine Strässchen erreichen wir dann schließlich den Kaunergrat und dort kommt tatsächlich ein kleiner Schneeschauer herunter. Danach windet sich die Strasse talwärts und die Gruppe ist wieder zusammen.
Weiter geht es, dem heutigen Tagesziel Prad, entgegen. Wir überqueren den Reschenpass und fahren rechts am Reschensee vorbei auf einer schmalen Panoramastrasse, mit tollen Blicken auf den See, Prad entgegen.
Den Abend lassen wir in der Campingplatz Pizzeria ausklingen.

Samstag, 17. Mai 2014
Leider zerschlägt sich auch unsere Hoffnung das Stilfser Joch und den Gavia Pass befahren zu können. Zwar versuchen Peter K., Wolfram und Ralf eine Auffahrt, werden jedoch nach wenigen KM in Trafoi von einer massiven Metallbarriere an der Weiterfahrt gehindert. Der Pass ist noch völlig verschneit. So bleibt uns dann nur die Alternative über Meran und das Ultental, bzw. den Gampenpass, weiter zu fahren.
Die Gruppe teilt sich auch hier wieder, damit jede-/r auf seine Kosten kommt. In Fondo, am Fusse des Mendelpasses treffen wir uns wieder und fahren gemeinsam zur Passhöhe, zur verdienten Mittagspause.
Danach geht es, auf gut ausgebauter Strasse, Kehre um Kehre wieder hinunter ins Tal. Über Auer und Trento erreichen wir dann, am Nachmittag, unser Standquartier Campingplatz Mario, direkt am Ufer des Lago di Caldonazzo. Wir richten uns häuslich ein, denn wir werden 5 Nächte hier bleiben.

Sonntag, 18. Mai 2014
Frühstück um 8.00, Abfahrt Richtung Lago di Ledro um 9.00 Uhr....das sind die Vorgaben für den ersten Tourentag. Das Wetter ist, so wie die nächsten Tage auch, motorradfreundlich. Wir fahren Richtung Arco am Gardasee und finden kleine, traumhafte Strassen, weltvergessene Dörfchen und kleine Passstrassen im Valle di Cei. Hoch und runter geht der Kurvenreigen und wir erleben - wie noch so oft auf dieser Tour - verschiedene Klimazonene oft innerhalb weniger Kilometer.
In Arco müssen wir nachtanken und sind fasziniert vom mediterranen Treiben und der - für deutsche Verhältnisse - üppigen exotischen Pflanzenwelt.
Richtung Riva del Garda führt nun der Weg und starker Wind lässt uns erahnen warum diese Gegend, am nördlichen Ufer des Gardasees, bei Surfern so beliebt ist.
Wieder folgen wir vielen Windungen und machen schließlich, am Ufer des Lago di Ledro, Pause.
Danach geht es weiter und wir werden, von einem leichten Regenschauer, bis an den Lago di Toblino begleitet.
Auf verschiedenen Wegen fahren wir nun zurück zum Campingplatz. Claudia, Andrea und Cornelia nehmen den Weg über Trento, Peter S, Peter K, Wolfram, Jens und Ralf fahren Richtung Pietramurata und von dort aus über den Monte Bondone zurück ins Quartier.

Montag, 19. Mai 2014
Rollepass.....ein Wort welches bei Motorradfahrern für ein Kribblen sorgt..., dieser Pass steht heute auf dem Programm.
Kurz nach 9.00 Uhr geht es los, zunächst auf der Bundesstrasse und dann, ab Castelnuovo, auf in die Berge. Hier müssen wir zunächst den Passo di Brocon überwinden und fahren dann, in weitem Bogen, Richtung Canal San Bovo. Da es ziemlich frisch ist, und die Wolken leider Böses erahnen lassen, wärmen wir uns hier erst einmal an einem Kaffee auf.
Die, dann folgende, Abfahrt an den Fuss des Rollepasses, ist wieder beeindruckend, in vielen Spitzkehren führt uns das Asphaltband hinunter nach Siror. Die dunklen Wolken halten ihr Versprechen. Noch vor San Martino di Castrozza, ein Ferienort der in der Mitte des Rollepasses liegt, öffnen sich die Schleusen und wir werden richtig nass. Dazu sinkt die Temperatur beständig - die Passhöhe liegt bei fast 2000 m - und in den Regen mischt sich Hagel......das ist nicht schön. So sind wir denn auch froh, dass auf der Passhöhe zumindest 1 Albergo offen hat. Wir pellen die nassen Sachen runter und warten auf Besserung. Heisser Kaffee und die üblichen Pannini machen die Zwangspause erträglich.
Kurz danach lugt auch schon wieder die Sonne zwischen den Wolken hervor und wir fahren die Nordrampe des Passes hinunter. Ein kleiner, in der Karte verzeichneter, Pass entpuppt sich leider als - für das Befahren gesperrter - Wanderweg und so fahren wir direkt weiter nach Predazzo Richtung Passo di Manghen. Doch auch hier müssen wir leider umkehren. Ein Felssturz hat die Strasse - zumindest für PKW - unpassierbar gemacht. Zwar kämen wir mit den Enduros daran vorbei....aber leider steht ein Mitarbeiter der Forstbehörde in unmittelbarer Nähe und der hat viel zuviel Geduld....., so müssen wir das Feld räumen und uns einen anderen Weg zurück suchen. Dieser ist schnell gefunden. Über Sover und den Passo del Redebus geht es hinab nach Terme und von dort aus nach Caldonazzo.

Dienstag, 20. Mai 2014
Über den Monte Baldo, den Blumenberg oberhalb des Gardasees, soll die heutige Tour führen.
Den Einstieg in die Passstrasse finden wir in Mori, kurz hinter Rovereto. Um dahin zu kommen befahren wir den Kaiserjägersteig, eine kleine Strasse welche kurz hinter Caldonazzo beginnt und wirklich atemberaubend ist. Vom Parkplatz Belvedere kann ein schöner Blick über das Tal genossen werden.
Über Brentonico folgen wir einer Strasse welche sich, überwiegend als Single Track Road, dem Höhenzug des Monte Baldo entgegen windet. In der Höhe fetzen Nebenschwaden über die Strasse und wir machen - am höchsten Punkt - Pause.
Obwohl die Wirtin sagt, dass die Strasse in ca. 10 KM wegen Schnee noch gesperrt sei, riskieren wir die Weiterfahrt und finden zwar ein Sperrungsschild aber keine wirkliche Beeinträchtigung.....die Strecke ist beräumt.
Mit kleinen Umleitungen können wir dann einen Eisbecher am Ufer des Lago die Garda, in Bardolino, geniessen. Es ist ca. 27 ° C warm und wir sind froh als es, auf dem Rückweg wieder Fahrtwind zur Kühlung gibt. Wir nutzen die Bundesstrasse und biegen erst wieder in Rovereto ab um - über kleine Passstrassen und den Kaiserjägersteig - wieder den Campingplatz zu erreichen.

Mittwoch, 21. Mai 2014
Die heutige Tour soll uns zum Monte Grappa führen. Um 9.00 Uhr geht es los.
Über 2 alternative Anstiege führt uns der Weg Richtung Asiago durch ein wunderschönes Hochtal. Die Strasse schwingt sich leicht, vorbei an verträumten Weilern und stillen Seen, und lädt zum Geniessen ein. Hinter Asiago finden wir eine Bar und machen Kaffeepause.
Danach wird die Strasse wieder anspruchsvoller, in vielen Kehren werden wir hinunter nach Bassano del Grappa geführt. Obwohl nur eine kleine Stadt, empfinden wir diese als laut und lärmig. Der Strassenverkehr belastet uns und so sind wir froh, als die Kehren wieder anfangen und ein Aufhören gar nicht in Sicht scheint. Dutzende von Kehren und Kurven führen auf den Monte Grappa. Am höchsten Punkt, unweit des Kriegerdenkmals, umfängt uns Nebel und sorgt für eine unwirkliche Stimmung. Das Albergo hat offen uns so können wir, in Ruhe, eine Besserung abwarten.
Nach der wohlverdienten Stärkung folgen wir der Strada Provinziale 141 hinab ins Tal. Wie hinauf so hinunter.....die Kurven nehmen kein Ende. Im Tal nutzen wir dann die Bundesstrasse für einige Kilometer um zum Einstieg in den nächsten Kurvenreigen zu kommen. Über Enego führt die Strecke wieder nach Asiago und wir befahren das schöne Hochtal des Hinwegs nun auch wieder zurück.....es ist einfach herrlich.
Herrlich schmecken übrigens auch Pizza, Pasta und Vino auf dem Campingplatz in der dortigen - platzeigenen - Pizzeria.

Donnerstag, 22. Mai 2014
Auch die schönsten Touren neigen sich irgendwann mal dem Ende zu....für uns ist dieser Tag heute erreicht. Wir müssen unsere Zelte hier abbrechen und uns Richtung Norden aufmachen. Ralf muss uns heute schon morgens verlassen.
Ein Highlight steht für die anderen allerdings noch auf dem Programm.....der Sellapass mit über 2200 m. der höchste Punkt der Tour.
Wir erreichen diesen über Predazzo und das Fassatal. Vorbei an den Felsgiganten der Rosengartengruppe fahren wir auf den Sellastock zu und erreichen dann, in Canazei, den Einstieg zum Pass. In vielen Windungen erreichen wir die Passhöhe und haben Wetterglück. Quellwolken garnieren unseren tollen Ausblick auf Marmolata und die Langkofelgruppe.
Ein kleiner Snack in St. Ulrich im Grödnertal und dann geht es weiter, auf einer Panoramastrasse, hinunter nach Klausen im Eisacktal. Diesem folgen wir, vorbei an Sterzing und Brennerbad über die alte Brenner Staatsstrasse bis ins Stubaital. Hier verbringen wir den letzten Abend auf der Terasse des Restaurantes Tyrol bei österreichischen Schmankerln und Obstler.......

Freitag, 23.5.2014
Heute trennt sich die Gruppe.
Peter S.: Wecker klingelt um 4.30 Uhr. Zeltabbau im Regen, packen und um 5.30 Uhr springt die Transalp an. Um Innsbruck zu umgehen fahre ich über Axams und Zirler Berg nach Mittenwald und nutze ab Garmisch die Autobahn Richtung München.... komme aber leider zum besten Berufsverkehr dort an. Der Stau kostet mich Nerven und Zeit....was solls danach läuft es auf der A 9 aber ganz manierlich weiter und nach ca. 12 Stunden und 800 KM bin ich wieder in Berlin.
Wolfram: fährt um 8:30 los (über Innsbruck, Kochelsee, Walchensee (die letzten Kehren), Bald Tölz, Holzkirchen und dann BAB) und ist auch nach 12 Stunden wieder zu Hause.
Der Rest der Truppe nutzt kleinere Strassen und fügt noch eine Zwischenübernachtung ein.

Fazit: Tolle Truppe, tolle Strassen, tolle Landschaften.....immer wieder gerne.

Tourbericht: Peter S.

Videoclips von Peter S. gibts hier: Videos

Fotos von Claudia:



Fotos von Wolfram:



Fotos von Ralf: